Leidenschaften, die nicht miteinander kompatibel sind – oder?

Ich glaube, so eine lange Pause ohne einen einzigen Beitrag gab es hier noch nie. Aus gutem Grund. Die Gitarre und ich hatten im Sommer tatsächlich so eine Art Beziehungskrise. Ich bin fremdgegangen, sie hat es mir übel genommen und jetzt sind wir auf dem schwierigen Weg, uns wieder aneinander anzunähern. Könnte man sagen.

Klingt aber dramatischer als es ist. Die Gitarre, so rudimentär meine Fähigkeiten immer noch sind (rudimentärer den je to be honest…), ist seit März 2013 zu einer meiner Leidenschaften geworden. Selbst das 100ste Mal „Mad World“ oder „Hallelujah“ lässt kleine Glückshormone durch meinen Körper wabern. Jedes Mal, wenn ich auch noch so stümperhaft „What’s up“ schrammle und meine Freunde stimmgewaltig im Refrain einfallen, kriege ich Gänsehaut.

Aber der Leidenschaften gibt es viele und es beschränkt sich auch bei mir nicht auf die Gitarre oder Musik. Seit 2010 segele ich auch mit großer Begeisterung. Jollen auf der Alster, Yachten im Mittelmeer, Dickschiffe auf der Ostsee – alles dabei und auch das macht mich so absolut unfassbar glücklich, auf dem Boot unter vollen Segeln zu sitzen und den Wind am ganzen Körper zu spüren. Am Steuer zu stehen und die ganze Kraft auf dem Ruderblatt in der Hand zu haben. Morgens vor dem Frühstück noch eben in der Ankerbucht eine Runde schwimmen. Herrlich.

Im Zuge dessen hatte ich – nach dem Sportbootführerschein Binnen 2010 und dem Sportbootführerschein See 2011 – mir für dieses Jahr den Sportküstenschifferschein (SKS) vorgenommen. So standen im Juli zwei Wochen intensives Segeln auf Elba an, eine Woche Mitsegel-Törn (Elba – Korsika – Elba) mit einer ganz tollen Crew, eine Woche Praxistraining mit abschließender Prüfung für den SKS. Tja, und was kann ich sagen? Wenn man 5 Tage lang jeden Tag sechs Stunden nur Manöver fährt (d.h. ständiges Bedienen der Segel = dauernd an den Schoten und Winschen ziehen), dann geht das trotz Handschuhe ganz schön auf die Hände, speziell auf die Fingergelenkkapseln….

Ergebnis – nachdem ich zurück war, habe ich erstmal eine ganze Weile die schmerzenden Finger still gehalten und die Gitarre nicht angefasst. Aber wie das eben so ist: Je länger man eine Sache nicht macht, desto größer wird die Hemmschwelle, wieder anzufangen. Ich hab es echt von einem Tag auf den nächsten geschoben… aber schließlich Mitte August mich am Ärmel gepackt und wieder angefangen. Relativ regelmäßig.

Im Moment ist es immer noch so, dass ich Probleme habe, mich zum Üben / Spielen aufzuraffen, aber wenn ich dann erstmal dabei bin, dann auch gern länger und sehr eifrig. Unterricht hat nach laaanger Pause letzte Woche auch wieder begonnen, ein weiterer Motivationshelfer. Und beim Chor-Sommerfest hab‘ ich dann wieder für den harten Kern zu später Stunde geschrammelt. Back to normal….

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Kategorien: Üben Üben Üben, Schwächen, Spielen | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Leidenschaften, die nicht miteinander kompatibel sind – oder?

  1. Mutti

    Hut ab für deinen ehrlichen Bericht!

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